A wie Ameisenbär

Der kleine (16cm) oder auch große (1,50m) Ameisenbär ist durch die Bank nett. Er ist verrückt nach Süßigkeiten und manchmal etwas langsam, vielleicht auch etwas schwer von Begriff, dabei aber immer äußerst liebenswürdig. Er eignet sich dennoch nicht als Haustier oder sogar als Freund, weil er einem immer alles wegfrißt, was Zucker beinhaltet. Allerdings legt er dabei nicht eine solche Aggressivität an den Tag wie etwa sein entfernter Schwiegersohn, der Nasenbär, welcher oft unter schwerem Körpereinsatz und souveräner Gewalttätigkeit an seine Beute gelangt. Der Ameisenbär arbeitet subtiler, es kann durchaus vorkommen, daß er dir eine sehr langweilige Geschichte erzählt, damit du einschläfst und er deine Pralinen in Ruhe essen kann. Er wird dann hinterher behaupten, diese wären niemals dagewesen. Von dieser Überzeugung wirst du ihn auf gar keinen Fall wieder abbringen können, denn Ameisenbären lügen nie.

 
   
 

Der allgemeine Ameisenbär hinterlässt eine Fährte die auch Schneise genannt werden kann.

 
 
 

B wie Bordsteinschwalbe

Die gemeine Bordsteinschwalbe (Silicona Bordsteinia) ist schmal und hoch und raucht auffallend viele leichte Zigaretten. Man begegnet diesen hinterlistigen Vögeln überall, morgens beim Bäcker, abends in der Kneipe oder tagsüber in der Schule. Zu erkennen geben sie sich im Allgemeinen, aber nur nachts auf einsamen Industriestrassen, wo sie sich für das Ficken und andere körperliche Ertüchtigungen entlohnen lassen. Diese Tatsache sollte einen aber nie vergessen lassen, daß die meisten Frauen um dich herum trotzdem zu der Gattung Bordsteinschwalbe gehören können. Im Zweifelsfall ist sogar deine Mutter und/oder deine Schwester eine. Es genügt übrigens nicht, wenn man einfach nur mal leise nachfragt, denn Bordsteinschwalben sind außerhalb ihrer variablen Arbeitszeiten scheu und schwer aus der Reserve zu locken. Verraten tun sie dir ihr Geheimnis erst, wenn es zu spät ist, d.h., wenn dein Geld oder deine Klamotten weg sind.

 
   
 

Eine einsame Zigarette weint ihrer Bordsteinschwalbe zwei Tränen nach.

 
 
 

oder wie Beo

Nicht viele Vögel sind von Natur aus so religiös wie der Beo (Gracula Religiosa Religiosa). Viel Zeit verbringt er mit Beten und Wallfahrten zu berühmten Haaren oder Gesichtern. Der Beo redet viel und gerne, vor allem als mittlere Version. Die große Ausführung hat zum Ausgleich einen Spoiler und ist lauter, die kleine Ausgabe ist handlich und paßt überall hinein. Doch Vorsicht: Beos sind sehr viel intelligenter als zum Beispiel du! Das kann zu peinlichen Situationen führen, es macht sich nämlich nicht sonderlich gut, wenn der Hausbeo nach wenigen Wochen nicht nur deinen Job hat, sondern auch für dich studiert und vor allem bei deiner Freundin im Bett liegt, während du draußen im Flur auf einem dreckigen Flokati schlafen mußt. Man sollte also, bevor man eine Freundschaft zu einem Beo aufnimmt oder in Erwägung zieht, wissen, wie viel man bereit ist abzugeben. Wenn man nicht alles, was einem lieb und heilig ist, innerhalb von 3 Minuten vergessen kann, ohne mit der Wimper zu zucken, sollte der Beo besser in seiner warmen, feuchten Heimat bleiben. Da gefällt es ihm sowieso viel mehr, und dort kann er auch in aller Ruhe an dem Plan, die Weltherrschaft zu übernehmen, weiterarbeiten.

 
   

Ein seltener Schnappschuss des Herrschers der Welt.

 
 

C wie Chamäleon

Dieses wundersame Tier kann alles sein. Vielleicht ist es gerade in diesem Moment deine Schreibtischlampe. Der größte Fehler, der diesem Tier dabei anhaftet, ist, daß man es so lange nicht erkennt, bis man merkt, man ist selbst schon eines. Das macht die Erforschung schwierig und gemein. Im Allgemeinen ist das Chamäleon aber bunt und nett. Wie es in ihm aussieht, wissen wir nicht, wahrscheinlich unterliegt es aber ähnlichen Stimmungsschwankungen wie du und ich. Manchmal ist es, keiner weiß warum, furchtbar angepißt und dann wieder grundlos glücklich. Anders als bei den meisten anderen Tieren äußert das Chamäleon dieses aber durch farbliche Kommentare. Wird es etwa grün, heißt das „Rettet die Umwelt!“, wird es schwarz, heißt es „Macht Benzin billiger!“ und wird es rosa, bedeutet dies „Zwei Caipis und ein` Latin Lover bitte!“. Nur wenige Chamäleons sind sich der vollen Bedeutung der verschiedenen Farben bewußt und wissen sie auch im täglichen Leben unfallfrei anzuwenden.

 
   

Das Chamäleon: macht sich lustig über die Umwelt.

 
 

D wie Dohle

Der interessanteste Vogel der Welt ist mehrfach ausgezeichnet worden für verschiedene tolle Sachen. Die Dohle ist im vollständigen Besitz der wichtigsten Vogelressource, dem Zweig. In mühevoller Kleinarbeit haben sich diese mittleren Vögel einst alle Zweige der Welt angeeignet, um sie für ihre Nester zu gebrauchen. Auf Grund mehrerer schwerer Fehlberechnungen waren das natürlich viel zu viele, und so machten die kaufmännisch sehr bewanderten Vögel aus der Not eine Tugend, indem sie anfingen, mit den kleinen Ästen Handel zu betreiben. Daher ist die Dohle nicht nur der fleißigste Vogel der Welt, sondern auch der reichste und der cleverste. Des weiteren zeichnen sich Dohlen durch ihre Unfähigkeit, ungerade Zahlen zu kennen, besonders aus. Du wirst also niemals 3 oder 5 Dohlen sehen, sondern immer 2, 4, 6, 8 oder 10. Keinesfalls 11 oder 157. Religiöse Verstrickungen erlauben es den Dohlen nicht, mehr als einmal im Leben zu heiraten und das schnell. Es gilt als unschicklich, sich irgendwo länger als 23 Sekunden ohne den Ehepartner blicken zu lassen. Ihr könnt ja mal in den Park gehen und diese wissenschaftlich bewiesenen Tatsachen überprüfen.

 
   

Glücklich mit ihrem Astmonopol: Die Dohlenmafia.

 
 

oder wie Delphin

Der Delphin ist das einzige Tier, welches genau genommen gar nicht zu den Erdtieren gehört. Er hat einige technische Hilfsmittel außerirdischen Ursprungs wie ein Quantenfluxsonar, ein Myongliedradar und einen Überlichtgeschwindigkeitsantrieb, den er aber nur sehr selten benutzt. Historisch gesehen ist dieser Antrieb jedoch von großer Wichtigkeit, nur dank ihm gelangten die Delphine vor langer Zeit auf diese Erde. Der große Tümmler stammt eigentlich aus dem Pferdekopfnebel, die Erde ist vermutlich nur ein beliebtes Ausflugsziel unter vielen ähnlichen. Von dieser fernen Welt, dem Nebel mit dem langen Gesicht, hat der Delphin eine Eigenschaft mitgebracht, welche ihn von allen anderen bekannten Tieren unterscheidet: Er ist sehr sparsam und darüberhinaus ihm ähnlich. Während vor allem Grauhaie, Mücken, Schnabeltiere und Kolibris nahezu verschwenderisch mit den ihnen zugänglichen Nahrungsmitteln umgehen, ist der Delphin genügsam und bescheiden. Er teilt gerne seinen Fisch oder Krebs mit dir, aber auch sein Bett. Man sollte daher nicht vergessen, warum der Delphin immer schon verstärkt den Kontakt zu uns Menschen, in erster Linie den Weibchen, suchte: Der Hauptgrund für seine vielen Reisen zu uns auf den Planeten ist Sex! Man könnte durchaus sagen, daß der Delphin ein sogenannter Sextourist ist. Es sind auch schon Berichte eingegangen von Frauen, die, mehr oder weniger freiwillig, mit besonders schnittigen Exemplaren zur Vega durchgebrannt sind.

 
   
 

Hallo. Magst du noch mit hochkommen,
auf einen Kaffee?

 
 
 

E wie Eidechse

Eidechsen sind die faulsten Dinger, die unter dieser Sonne leben. Sie sind berühmt für ihre riesigen Kleiderschränke, in denen sie alle Arten von bunter Mode sammeln und anprobieren. Ansonsten sind sie hervorragende Hersteller von Schwanzatrappen, die auch von anderen Tier- und Menschgattungen heiß begehrt sind. Wenn du jemanden siehst, vor dem eine Eidechse ihren Schwanz wegwirft, kannst du sicher sein, daß die betreffende Person dafür einen hohen Preis bezahlt hat. Solches kann in Anbetracht des großen Mangels an Eidechsendevisen auch z.B. durch Teilen des jeweiligen Eidechsenbettes geschehen. Es ist nicht schwer, sich vorzustellen, wie unangenehm dieses sein kann. Das bringt uns auch direkt zum nächsten herausragenden Merkmal dieser Spezies: Viele der Eidechsenfrauen sind extrem sexsüchtig. So verwundert es auf keinen Fall, daß einige der hochbezahltesten Pornodarstellerinnen kleine bunte Reptilien sind. Eidechsen gehören also zu den jugendgefährdenden Spezies, im Zuge dessen werden sie häufig zensiert. In Mauern und Flechten verstecken sie sich vor der Obrigkeit und den Häschern des Staates. Für mehr Informationen wendet euch bitte an Agamnestie International.

 
   

Frau Pornoeidechse auf Beutefang.

 
 

Oder wie Eisbär

Wenn man viele Sorgen haben will kann man sich kleine Säckchen mit vielen kleinen Eisbären darin kaufen. Diese Säckchen legt man dann unter sein Daunenkopfkissen und bettet während der Nacht das Haupt darauf. Am nächsten Morgen schon sollte etwas in der Zeitung stehen das einem zu denken geben sollte.
Fortan kann man sich dann Sorgen machen, über Klimaerwärmung, Eisschmelze, Gletscher, Ozonlöcher, Regenwälder, Delphine und Eisbären.
Vor allem Eisbären werden grausam verfolgt und gejagt, weil der Mensch sie braucht um sie in kleine Säckchen aus Stoff zu stecken. Diese Säckchen legen die Menschen dann unter ihre Kopfkissen und schlafen darauf, weil sie der Meinung sind das würde ihre Sorgen vertreiben.
Das stimmt aber nicht.

 
 
 

F wie Fledermaus

Die einzige Spezies auf diesem Planeten, die jede Sekunde davon bedroht ist, sich selbst auszurotten, ist die der Fledermäuse. Sollte jemals eine von ihnen von der Idee heimgesucht werden, einer abgestürzten Kameradin zu helfen, die auf den Boden gefallen ist, könnte es eine große Katastrophe geben. Fledermäuse kriegen nämlich ihre Starterlaubnis nur problemlos in einem an einer Decke hängenden Zustand. Bei einem Start von der Erde aus kommt es meistens zu schrecklichen Verspätungen. Dies ist eine unterschätzte Gefahr, auch für uns andere Tiere, denn ein großer Berg von abgestürzten Fledermäusen würde einiges unter sich begraben.
Nun gut, mal abgesehen von ihrer Weltuntergangsbesessenheit sind sie aber recht umgänglich und zumeist ganz freundlich gelaunt. Ich selbst habe des Nachts gerne eine Fledermaus an meinem Ohr hängen, mit der ich mich noch etwas unterhalte, vor dem Einschlafen. Sie sind gute Zuhörer und ebensolche Erzähler, Erfinder interessanter Geschichten wie zum Beispiel den alten „Love Boat“ Folgen oder schier unglaublicher Ereignisse des internationalen Golfsportes. Darüber hinaus machen sie aber nicht viel mehr, als Mücken (>Jagdmücke) zu fangen und delikat zuzubereiten.

 
   
Tragischer Fledermausmoment auf dem Weg zum Auswärtsspiel des Vfb Stuttgart.
 
 

G wie Gepard

Man begegnet diesen schnittigen Überlandmaschinen fast nie und wenn doch, dann ist es schon vorbei. Dabei ist der Gepard eigentlich nur eine stinknormale Hauskatze, mit dem Unterschied, daß
er sich als eine eingebildete, arrogante Sau präsentiert. Über Millionen von Jahren hat er sich zur Befriedigung seines Egos und zur Rettung seiner erbärmlichen Existenz eine hohe Phantasieendgeschwindigkeit (112 – bis 1.000.000 Tausend km/h) zugelegt. Spötter behaupten sogar, es gäbe dieses Tier überhaupt nicht, weil es immer so schnell verschwinden würde. Noch niemals hat ein sterbliches Wesen einen lebenden Geparden zu Gesicht bekommen und im stillen Zustand sind sie ja, wie schon erwähnt, nicht von der gemeinen Hauskatze zu unterscheiden. Unschlüssig sind sich die Experten noch darüber, wie es zu dem unverschämten Gerücht kam, daß der Gepard überhaupt existiert. Mittlerweile wird meist die alleinige Anwesenheit der Legende als eindringlichster Beweis für seine Existenz angeführt. Übrigens: Die Fotos, auf denen ein sogenannter „Gepard“ abgebildet ist, sind zumeist Abbildungen von:

a) Bunt angemalten Nasenbären
b) Schlecht gelaunten Katzenhaien oder
c) Toten Hauskatzen.

 
   

Kann im Prinzip alles tragen: der Gepard.

 
 

oder wie Giraffe

Die Giraffe überrascht durch ein hohes Maß
an Ungeschicklichkeit und gleichzeitiger Grazie. Wenn sie, was oft passiert, einen ohnmachtsähnlichen Müdigkeitsanfall bekommt, klemmt sie ihren Kopf in eine Astgabelung und läßt sich fallen. Giraffen verbinden ihre Fähigkeit bei nahezu allem einzuschlafen mit einer perfiden Neugier. Das passt nicht sonderlich gut zusammen. Deine Giraffe mag dir am Telefon eine Frage stellen deren Antwort sie brennend interessiert, nur um dann unbemerkt einzuschlafen. Giraffen sind übrigens ausschliesslich femininer Art. Über ihre Fortpflanzung ist infolgedessen nichts bekannt was ihr wirklich wissen wollt oder bei dem ihr gar zusehen dürftet. Seltsam ist übrigens, das Giraffen trotz ihrer immens langen, schmalen, schönen Beine, keine Hindernisse überwinden können, seien sie noch so niedrig. Schon Vier Streichholzschachteln reichen aus um eine Giraffe einzusperren. Eine dies erklärende Theorie besagt, das Giraffen nicht in der Lage seien ihre eigene Größe und auch Länge einzuschätzen. In einer öffentlichen Befragung schätzten Giraffen die Breite einer zwanzig Meter breiten Strasse auf mindestens 20 Zentimeter bis höchstens 350 Meter. Menschliche Frauen erzielen übrigens ähnliche Ergebnisse. Und weil die Giraffe im Streichholz Gefängnis nicht weiß wie hoch der Zaun ist, wartet sie lieber ab. Die Theorie ist zwar gut, aber ich glaube die Giraffe läßt sich nur einfach gerne bedienen und sich Tee und Gebäck bringen, während sie zwischen Streichholzschachteln in einer Astgabel einschläft.

 
   
 

Die Giraffe hat immer ein offenes Ohr für dich. Wenn du Karotten mitbringst.

 
 
 

H wie Habicht

Der Habicht hat ein großes Problem. Dieses Problem ist psychologischer Natur und belastet ihn schon seit vielen Jahrhunderten. Seine unfaßbare Gewandtheit, Geschwindigkeit und List sind ein evolutionäres Ergebnis seiner stark ausgeprägten Kleptomanie. Seit Anbeginn der Zeiten wollte der Habicht immer und überall alles haben. Diese Tatsache macht ihn zu einem recht unbeliebten Vogel, der äußerst selten zu Parties oder offiziellen Empfängen eingeladen wird. Damit tut man ihm jedoch unrecht: Der Habicht ist, wenn er gerade nichts haben will, ein stiller, höflicher Zeitgenosse. Entgegen anderslautenden Berichten ist der Habicht auch nicht schwul. Ganz im Gegenteil, er ist sogar ein ganz schlimmer Habichtfrauenheld. Eines der größten Rätsel der Evolution ist jedoch, in welchem Anfall völliger geistiger Umnachtung der Habicht sein Nest „Horst“ genannt hat. Auch andere Vogelarten nehmen ihm diese sie schwer belastende Idiotie noch heute ungemein übel.

 
 

oder wie Hai

Kein Tier in diesem Universum ist so stromlinienförmig wie der Hai. Viele der begehrtesten Preise für Kunst und Design kann er sich an die Rückenflosse heften. Sich einer gemeinen Rufmordkampagne erwehrend, hat der Hai schon mehrfach andere Wesen dieses Planeten, in diesem Fall den Menschen, wegen übler Nachrede und Verleumdung verklagt. Denn seit Jahrhunderten versuchen viele Männer und Frauen, dem Haifisch Bösartigkeit und Aggressivität zu unterstellen und nachzuweisen. Dazu greifen sie auf wirklich sehr billige Mittel zurück wie das Drehen von albernen Filmen oder vor allem provokantes Auftreten in seinen Jagdrevieren. Schon viele Freiwillige haben sich, als Robben verkleidet, vor der Küste Südafrikas auf Surfbretter gelegt, bis sich nach langer, langer Wartezeit und viel Zufall endlich ein alter, zahnloser, fast blinder weißer Hai dazu verleiten ließ, mal zu probieren, wie die doofe Robbe denn so schmeckt. Auch sehr beliebt bei den Menschen ist die Methode, viele Fische zu schiessen und sich irgendwo im Riff hinter und unter den zappelnden, um Hilfe schreienden kleinen Dingern zu verstecken. Wenn darauf ein Hai aus Versehen dem einen Taucher hier oder dort einen kleinen Arm oder ein Beinchen abbeisst, ist das Geheule groß
und dem Hai schlecht. Von Menschenfleisch muss er erwiesenermaßen furchtbar viel kotzen. Natürlich ist der Mensch beleidigt, weil er unter Wasser alles andere ist als der Chef, und das alberne „Beherrschen wollen“ ist ja seine herausragende Eigenschaft. Aus dem Meer jedoch sollte er sich dann doch besser heraushalten, der Mensch. Neid und Mißgunst auf den Hai sind hier völlig unangebracht, denn der Graue Riffhai, zum Beispiel, ist schnittiger, schneller, gutaussehender, größer, blauer, grauer, besser, netter, kann länger und weiß mehr als du und ich. Unter Wasser, versteht sich. Wer das nicht einsehen will, soll seinen Lebensberechtigungsschein schnell wieder abgeben oder in den Schwarzwald ziehen, oder in den Sand.

 
   
Zärtlichkeiten eines Grauhais.
 
 

I wie Igelfisch

Der Igelfisch hat die sehr alberne Angewohnheit, sich in etwas Rundes zu verwandeln, wenn er geärgert wird. Im Riff ist dieses abnormale Verhalten, um es ganz deutlich zu sagen, bestimmt das Bescheuerteste, was man tun kann. Unter Wasser herrscht nämlich eine große Fußball-Begeisterung und ein ebenso großer Mangel an ordentlichen Fussbällen. Aufgeblasen ist der Igelfisch also ein allgemein gern gesehenes und gern genommenes Tier. Seine Haltbarkeit ist beachtlich und die Flugeigenschaften sind ordentlich. Den Igelfisch gibt es in verschiedenen Versionen, als Jugendigelfisch, Frauenigelfisch, Trainingsigelfisch und Profiigelfisch. Dies gilt aber, nicht zu vergessen, nur für den aufgeblasenen Igelfisch.

Im schmalen, nicht aufgepumpten Zustand ist der Fisch nicht als Ball zu erkennen. Er isst dann gerne kleine Schalentiere, aber nur wenn diese es vorher erlaubt haben. Mit dem gemeinen Tapir teilt er eine Vorliebe für alte deutsche Literatur, was ihn dementsprechend häufig in Antiquariate und auf Flohmärkte treibt. Man hat schon an einigen Flußmündungen und Stränden Tapire gesehen, welche in eine intensive Unterhaltung mit Igelfischen vertieft waren. Ungewöhnlich oft soll es sich beim Thema um den „Mann ohne Eigenschaften“ von Robert Musil handeln.

 
   
 

Der Igelfisch auf dem Weg zum Weltmeisterschaftsfinale.