Vom Nasenbär der immer in der Nase bohrte
(1995)
Für Elena


 

 

Es war einmal ein Nasenbär, der bohrte immerzu in der Nase. Beinahe an jedem Morgen mußte Vater Nasenbär die Stimme erheben und sagen: "Sohn! Nimm endlich den Finger aus der Nase, das sieht doch auch Scheisse aus! Nie kriegst du eine Nasenbärfrau wenn du immer popelst. "Der Sohn Nasenbär ließ sich davon aber wenig beeindrucken und bohrte beständig weiter in seiner Nase herum. Bis er eines Tages etwas darin fand. Es war ein Geldstück, so etwa fünf Mark. Nachdem er sich einige Zeit über seinen Fund gefreut hatte, beschloß er sich etwas für diese fünf Mark zu kaufen. Er ging also zum alten Gevatter Hai und fragte ihn, was er denn wohl für seine, ja doch nicht unbeträchtliche Summe Geldes, bekäme. Gevatter Hai überlegte kurz, aber doch länger als der kleine Nasenbär erwartet hatte. "Ich könnte dir durchaus eine Stange Kaugummi geben", sprach der Hai, "oder auch Tintenfischringe. Da wären außerdem noch Papier und Bleistift sowie die gestrige Ausgabe des 'Ameisenbärboten'. Du hast die Wahl, kleiner Nasenbär." "Hmm ... ich glaube ich nehm' Papier und Bleistift, wenn’s recht ist," sagte Nasenbärsohn da. "Und jetzt gehe ich spielen mit deinem Sohn." "Pass' mir aber ja auf, daß ihr dem Wasser nicht zu nahe kommt - du weißt ja wie der kleine Haisohn sich dann immer aufführt, "riet ihm zum Abschluß noch der alte, weise, weiße Hai.

Der kleine Nasenbär nahm Papier und Bleistift und besuchte seinen Freund, den kleinen Hai. Bald schon waren beide damit beschäftigt sich gegenseitig zu zeichnen und nach mehreren Tagen (WENN NASENBÄR UND HAI SICH ZEICHNEN DAUERT DAS IMMER SO LANGE) zeigten sie sich ihre Ergebnisse. "Oh, ich sehe aber recht schnittig aus", sprach klein Haisohn zu seinem Freund, "aber ich finde, ich bin nicht grün". Je länger jedoch der kleine Nasenbär das Bild des kleinen Hais betrachtete, desto finsterer wurde sein Antlitz. Dann brach es aus ihm hervor: "Haisohn! Warum habe ich auf diesem Bild den Finger in der Nase! Wenn du mir das bitte erklären würdest". "Tatsächlich!", rief der Hai, "Wo ich das so mir noch mal ansehe, ist dein Finger ohne Umschweife in deiner Nasenbärnase. "Die Freunde schwiegen sich nun 2-3 Stunden an. (HAIE UND NASENBÄREN SCHWEIGEN IMMER SO LANGE). Schließlich erhob der kleine Hai zögernd seine Stimme und sagte: "Du Nasi, ich glaube das liegt daran, daß dein Finger immer in deiner Nase ist. Wenn man es ganz genau nimmt, ist er sogar jetzt gerade auch darin versenkt." Der kleine Nasenbär erschrak. Und - er befühlte seine Nase. Tatsächlich, seine Hand spürte wirklich einen Finger in seiner Nase auf. Mit all seiner Kraft versuchte er nun diesen Finger herauszubefördern aber es ging beim besten Willen nicht. Selbst mit vereinten Kräften beider Spezies, Hai und Nasenbär, war es unmöglich den Nasenbärfinger aus der Nasenbärnase zu entfernen. Und da sie schon länger aufgegeben hatten, rief der kleine Hai auf einmal: "Mensch Nasi! Was wäre denn wenn dein Finger da festgewachsen ist! Ich meine weil er dahingehört, nicht weil du immer popelst sondern weil Nasenbären vielleicht immer einen Finger in der Nase haben!" "Interessante Hypothese", überlegte Nasenbärsohn," aber wenn das so wäre, müßte ja Vater Nasenbär auch einen Finger in der Nase haben - und zwar ebenfalls ununterbrochen, ich meine ohne Pause, quasi ohne ihn jemals zu entf...""Ja, ist gut Nasi, ich weiß was du sagen willst. Vielleicht sollten wir einfach hingehen und nachsehen." "Abgemacht", sagte da der Nasi und sie machten sich auf den Weg.

Kaum hatten sie dann das Haus der Nasenbärenfamilie betretende fiel es ihnen schon auf. Alle und wirklich alle Nasenbären hier hatten einen Finger in der Nase, woraufhin der kleine Nasenbärsohn sehr froh war, daß dies nun gar nicht mehr auffiel bei ihm. Und beide waren sie froh, daß sie so gute Detektive waren, denn sie fanden auch noch heraus, daß alle Haie eine Flosse quer hinter dem Ohr verstecken und alle Ameisenbären viel lieber Schokolade essen. Und das fanden sie alles so spitzenklasse, daß sie sich sieben Jahre freuten (HAIE UND NASENBÄREN FREUEN SICH NÄMLICH IMMER SO LANGE).

ENDE .