Paul und das Eichhorn
(2000)


 

 

Jeden Morgen wenn Paul aufwachte, saß ein kleines Eichhorn auf der Fensterbank neben seinem Bett und schaute durchs Fenster. Meist aß es dort nur ein paar Nüsse die es täglich von Erwachsenen geschenkt bekam, aber manchmal lief es auch zu Paul ins Zimmer und versteckte sich hinter seinem Lieblingsbuch. Paul und das Eichhorn hatten sich mit der Zeit angefreundet und deshalb hatte er auch nichts dagegen das es seine Literatur benutzte.

Heute Nacht hatte er schlecht geschlafen. Als das Eichhorn seinen Morgenmuffeligen Gesichtsausdruck bemerkte schute es besorgt und sprach, „Hey, kleiner Mann. Hattest du etwa einen schlechten Traum?“. „Hrm“, machte Paul und blinzelte in die Sonne. „Na gut, wenn du schlechte Laune hast, dann kann ich dir helfen.“ Und das Eichhorn, welches Toni hieß, begann auf der Fensterbank zu tanzen um Paul zum Lachen zu bringen. Dabei zog es blöde Grimassen und machte Geräusche. Aber das half wenig. Paul war immer noch mies gelaunt. „Schwieriger Fall, hm?“ sagte da das Eichhorn. Und es rief seine Freundin Dorothee, die Amsel. Toni und Dorothee stürzten sich sofort auf den kleinen Paul um ihn zu kitzeln. „Hey, Aufhören!“ rief Paul, aber er hatte keine Chance. Doro nahm sich die Füße vor und Toni den Bauch und dann wurde ausgewechselt, denn jede Kitzelmannschaft darf mindestens einmal auswechseln. Für Toni das Eichhörnchen kam mit der Nummer 12 Antonio, die Feldmaus und für Dorothee die Amsel die Nummer 6, Djalma Feitosa Diaz, ein berühmter Brasilianischer Fussballspieler. Beide verdribbelten sich aber in Höhe des Knies, und so ging auch dieses Spiel veloren.

Da gab das Eichhörnchen auf und sagte zum kleinen Paul, „so Paul, ich weiß nicht mehr weiter, was soll ich denn machen damit du wieder gute Laune hast?“. Paul überlegte nicht lange, „Mach das ich nicht zur Schule gehen muß bitte. Dann ginge es mir prima.“ Das konnte Toni natürlich nicht machen. Denn kleine Menschen müssen ja zur Schule gehen, sonst ist der Arsch ab. Das wußte das kleine Eichhörnchen und hatte stattdessen eine tolle Idee. „Nun, machen wir einen Kompromiss, wir gehen ab jetzt zusammen zur Schule. Dann lerne ich auch was und dir ist nicht so langweilig.“ Paul war erst etwas enttäuscht, aber dann merkte er wie spitzenmäßig dieser Vorschlag war und die beiden Freunde waren sich einig. Und so kam es, das Eichhörnchen, die eigentlich zwar niedlich aber ziemlich doof sind, heutzutage einen beträchtlichen Intelligenzquotienten aufweisen können, und Paul geht jetzt auch gerne zur Schule und mit soviel Fantasie wie er hat wird er sicher mal berühmt.