Conator , der Delphin des Schreckens
(1997)
für Conny

Ab 18

Zum zweiten Teil

 

 

Und so begab es sich, dass am Weihnachtsabend Conator und seine Freunde, Con carne und San Siro, vom festlichen „Haien in die Fresse hauen“ zurückkehrten in heimatliche Gefilde. Sie hatten es den Haien in deren Korallenland mal wieder richtig gegeben und waren sehr froh und besinnlich. Conator, welcher von seinen delphinarischen Artgenossen auch manchmal „kleinesdickesisländischespony“ genannt wurde, beschloß dennoch früh zu Algenbett zu gehen und ließ seine Freunde im Regen stehen.

Als er gerade seine frischgewaschene Schlafmütze überstreifen wollte, versperrte ihm plötzlich ein kleines, einzelliges Meereslebewesen den Weg zum ruhigen, vorweihnachtlichen Schlaf. Mit tiefer Stimme sprach es: „bist du Conator, der Delphin des Schreckens?“. „Na, hehe, sicher und was willst du hier bitteschön, du kleine Amöbe?“. „Ich will Beweise,“ sagte die Amöbe und Conator erschrak sichtlich, „Beweise für deine Schrecklichkeit“.

Diese kleine, freche Amöbe wollte tatsächlich ihn, den schrecklichen Conator bloßstellen - aber was sollte er machen? Sie war der Anfang der Nahrungskette und damit wichtigster Bestandteil der öffentlichen Meeresmeinung. Er mußte ihr Beweise liefern. „Na schön Amöbe. Komm mit, ich zeig dir was ich alles kann.“

Und die Amöbe grinste übers ganze Gesicht, was nur von der Tatsache getrübt wurde, dass sie gar keines hatte und folgte dem schrecklichen Delphin in ungewisse Abenteuer .

Als erstes schwamm Conator zurück zu dem verschreckten Haufen weißer Haie die er eben mit seinen Freunden aufgemischt hatte und vermöbelte sie ein zweites mal. Bald liefen die Haie weinend nach Hause und Conator sah die Amöbe triumphierend an. „Na, wie war ich?“ sagte er. „Nicht schlecht,“ antwortete Amöbe, „könntest aber schrecklicher sein“. Und da einigten sich die beiden auf eine längere Tour durch die Weltgeschichte, in der Conator seine uneingeschränkte Schrecklichkeit beweisen können würde.

Sie reisten nach Paris um Prinzessin Diana zu überfahren, zeigten dem Papst in Rom kleine Fickbildchen, tunnelten Ronaldo beim Weltmeisterschaftsfinale 1998 und schauten über 2 Stunden lang Glücksrad. Und da dies alles noch nicht genug war, erschreckten sie als kleines Extra Feriengäste am Aasee und malten den ganzen Meeresboden rosa an.

Am Ende dieser Reise und eines langen Tages dann, mußte die Amöbe einsehen, dass Conator der Delphin schon ziemlich schrecklich war. Dieser wars zufrieden und sagte zum Abschied, „jetzt aber fix, gleich kommt der Weihnachtswal“. Die Amöbe erschrak. „Wie? Weihnachten? Scheiße!!“. Und es stellte sich heraus, dass die kleine Amöbe Weihnachten mit Karneval und dem 1.April verwechselt hatte. So war sie zum Beispiel gar keine Amöbe, sondern hatte nur ein besonders raffiniertes Kostüm erworben .

Du kannst dir sicher vorstellen wie erschrocken Conator war, als die Amöbe ihr Kostüm lüftete und ein großer, weißer Hai zum Vorschein kam. „Tschuldigung,“ sagte der Hai, „aber ich muß da mal gerade was klarstellen.“ Und der Hai haute dem auf einmal ziemlich kleinen Delphin links und rechts einen in die Fresse. Daraufhin hatten sich die beiden aber plötzlich sehr lieb und schenkten sich sogar Geschenke.

Conator hatte seine Vorurteile gegenüber Haien etwas geändert und Sharky war schon auch ziemlich beeindruckt vom Delphin des Schreckens. So beschlossen beide ein glückliches Paar zu werden. Und sie machten schon am 1.Weihnachtstag fünf Delphinhaie. Diese neue Spezies ist bis heute die speziellste Art des großen, weiten Meeres des Universums und wenn Conator und Sharky noch am leben sind, läuft die Produktion sicher immer noch und auch Ronaldo wird ihnen irgendwann verzeihen.

ENDE