Bettina und das Krokodil (2006)
Auftragsarbeit für eine Werbeagentur

 

 

Die Vögel zwitschern, ein Auto hupt ein freundliches Hupen und ein junges, blondes Mädchen namens Bettina spürt die Sonnenstrahlen auf ihren Wangen. Das Gras ist weich und warm, die Blumen duften - wenn ich raten müßte, würde ich sagen: es ist Sommer!

Bettina streicht sich die blonden Haare aus dem Gesicht, öffnet die Augen und strahlt! Sie setzt sich auf während der Wind ihr Sommerkleid wieder in Position bringt und sieht sich gutgelaunt um. Auf den Wegen im Park eilen die Menschen vorbei und haben kaum einen Blick für diesen schönen Tag übrig. Nicht mal den Eiffelturm sehen sie noch, so ernst und traurig laufen sie über die Schotterwege und durch die Gassen der Stadt.

Sie sitzt an einem kleinen Teich, auf dem ganz viele Seerosen blühen die prima zu ihrem Kleid passen. Bettina atmet tief ein. So läßt sichs leben. Plötzlich kneift sie etwas leicht in den großen Zeh. Hm, was ist den das.... denkt sie. Hey! Das sieht ja aus wie Katrins Schuhe! Moment. Das kann doch nicht....? Doch, es kann. An Bettinas Zeh hängt ein kleines, grünes Krokodil. „Sag mal“, ruft sie, „Was machst du denn da?!?“. „Hllll hllll!“ macht da das Krokodil. „Was?!?“. Das Krokodil nimmt Bettinas Zeh aus dem Maul und sagt „Entschuldige, aber du riechst so gut! Da konnte ich nicht anders als mal probieren.“ Das Krokodil wird etwas rot und schämt sich. „Ach, das macht doch nichts“ sagt Bettina, „du bist ja nur ein kleines, freundliches Krokodil. Komm doch mal her!“. Und Bettina nimmt das tatsächlich sehr kleine Krokodil in die Hand und schaut ihm in die Augen. Sie schnüffelt. Aha! „Mensch, du riechst aber auch nicht schlecht! Moment mal, wir benutzen ja das gleiche Parfum! Ich wußte gar nicht das Krokodile auch in Drogerien gehen! Wie heißt du überhaupt?!?“ ruft das blonde Mädchen! Das kleine, gut riechende Krokodil räuspert sich. „Ahem. Ich heiße Georg. Und du?“ „Ich heiße Bettina. Und was machen wir jetzt?“ Georg, das Krokodil verspürte ein kleines Hungergefühl. „Ich habe Hunger“, sagt Georg deshalb. Und daher beschliessen die beiden in ein kleines Cafe, passend zum Krokodil, zu gehen. „Ich kann dich ja einfach in meine Handtasche stecken!“ sagt Bettina. Georg, das Krokodil, ist nicht begeistert. „Ich habe das nicht so gerne. Handtaschen sind mir suspekt“. Verständlich. Also nimmt Bettina ihr gut riechendes Krokodil an die Hand und die beiden gehen laut pfeifend durch die Gassen von Paris. Es ist nicht ganz schwer vorzustellen, das es das erste Mal sein dürfte, das ein hübsches junges blondes Mädchen mit einem kleinen Krokodil an der Hand durch Paris spaziert.

Und weil die beiden so unglaublich gut riechen, freuen sich nicht nur die eiligen, schlecht gelaunten Menschen plötzlich mehr, sondern auch die Blumen sind irgendwie bunter, die Sonne scheint heller, und die Sommerkleider in den Schaufenstern kosten weniger.

Im Cafe an der Ecke trinkt Bettina einen Milchkaffee und das kleine Krokodil ein Leitungswasser. Und beide sehen sich an und fangen laut an zu lachen. Was so ein kleines Krokodil als Freund so alles verändern kann!